Superbia mit Ausschnitt 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich liebe die Schnitte von Erbsünde - sie sind immer einfach zu nähen und dennoch besonders. Und man spürt ganz deutlich die Liebe und die Leidenschaft, die darin steckt. Und wer Ilka, den Kopf und das Herz hinter Erbsünde einmal kennengelernt hat, der weiß woher dieses Gefühl kommt.

 


Einer meiner ersten Schnitte von Erbsünde war die Superbia. Eine wunderbare leichte Tunika, die auch als Bluse oder als Kleid genäht werden kann. Sie besteht nur aus vier, bzw. ohne Ärmel sogar nur aus zwei Schnittteilen und einem Bindeband. 

Bei meiner letzten Superbia kam mir dann die Idee, dass es doch bestimmt auch ganz hübsch aussehen würde, das Band nicht an die Seite zu setzen, sondern einen Ausschnitt zu schaffen und die Bänder mit Ausschnitt in die Mitte zu setzen. 

Mein Vorschlag kam in der Facebook Gruppe von Erbsünde - der "erbsünde Schnittstelle" - gut an. Und so habe ich mit der Erlaubnis der Chefin Ilka beschlossen, ein kleines Tutorial für diesen Ausschnitt für euch zu schreiben. 

 

ACHTUNG! Das ist meine Art den Ausschnitt zu nähen, ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Es gibt bestimmt noch andere, bessere oder schnellere Methoden - ich freue mich über Aufklärung :)

Los geht's:

Ihr schneidet euch eure Schnittteile wie immer zu. Das Vorderteil schnappt ihr euch und legt es im Bruch vor euch hin.

Genau dort in der Mitte möchten wir unseren Ausschnitt platzieren - wie groß er wird, ob er rund oder eckig wird, schmal oder weit ist ganz euch und eurem Geschmack überlassen.

Beachtet aber, dass der Ausschnitt am oberen Rand für den Tunnelzug noch zusammengeklappt wird (ungefähr auf der Höhe, in der hier die Nadel sitzt. 

In dieser Version versäubere ich den Ausschnitt mit einem Schrägband.

Ich klappe das Schrägband auf und setze es mit der inneren Kante an der linken Seite des Ausschnittes an. Gut feststecken - vor allem in der Kurve. Hier müsst ihr das Schrägband in den Kurven unbedingt etwas zusammenschieben, sonst drückt es sich nachher nach außen. Ihr näht genau auf der Falz entlang.

Anschließend klappt ihr das Band zusammen und über die Kante des Kragens. Schon ist die Schnittkante verschwunden. Schneidet euch am besten vorher in der Kurve den Stoff bis zur Naht ein, damit er sich besser legt und nicht knuddelt. 

Dann steppt das Schrägband knappkantig fest. Hier finde ich meinen Schmalkantenfuß einfach unersetzbar! Damit wird die Naht schön regelmäßig und verrutscht nicht.

Anschließend könnt ihr die Tunika so wie immer fertig stellen - Ärmel an Vorder- und Rückseite anbringen, Seitennähte verschließen, Ärmel säumen, am unteren Saum ebenfalls entweder Säumen oder Tunnelzug für ein Gummiband einfügen - Fertig. Also, fast.

Als nächstes kommt der Tunnelzug für euer Bindeband - eigentlich bleibt hier alles so wie gehabt, nur, dass wir jetzt zwei Öffnungen links und rechts vom Ausschnitt haben.

Als Band nehme sehr gerne Schrägband - hier passt es natürlich noch dazu perfekt zum Ausschnitt. 

Ich klappe es einmal in der Mitte zusammen und nähe es zusammen - fertig ist das Bindeband. Auch hier schwöre ich übrigens auf den Schmalkantenfuß!

Einmal komplett durchfädeln und die finale Länge des Bandes bestimmen.

Nun könnt ihr die Bänder entweder offen lassen oder am Ausschnitt feststeppen. So verhindert ihr, dass die Bänder sich selbstständig machen und ihr im freien steht und müsst die Schleife nicht geschlossen halten, sondern könnt die Bänder auch schick baumeln lassen - vielleicht mit ein paar aufgefädelten Holzperlen?

Die andere Möglichkeit ist, einen Beleg anzufügen. Dazu legt ihr euch einfach ein Eck von eurem Stoff rechts auf rechts auf euren Ausschnitt. Dünnere Stoffe solltet ihr mit Bügelvlies verstärken. 

Markiert euch, wo der Ausschnitt entlang gehen sollen - und auf dieser Linie näht ihr dann entlang. 

Auch hier wieder die Devise - wie groß, ob Rund oder eckig , schmal oder weit ist ganz euch und eurem Geschmack überlassen.

Schneidet den Ausschnitt entlang der Nahtlinie aus. In den Rundungen schneidet ihr euch die Nahtzugabe bis kurz vor die Naht ein, damit sich alles gut legt. 

Anschließend einfach umklappen, ggf. hübsch bügeln, absteppen - fertig!

So sieht das dann aus. Den wunderbaren Apfelstoff gibt's beim Sonntagshasen (hier) - ebenso das tolle rote Schrägband.

Hier die Version mit dem Beleg, bei dieser Version ist das Band nicht festgesteppt und muss deshalb geschlossen werden (sonst steh ich im Freien)

Der wunderbare Baumwollstoff ist von C.Pauli.

Die Superbia mit der alles Begann - ebenfalls ein Baumwollstoff von C.Pauli, auf dem Stoffmarkt ergattert.

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